Endlich ist der Knoten geplatzt: Juniorin Rebecca Schneider gewinnt mit der Armbrust zwei Bronzene – Lübecker Sportschützin sorgt für erste Medaillen des Norddeutschen Schützenbundes bei der DM
Am Wochenende laufen die letzten Wettkämpfe für die Sportschützen aus ganz Deutschland zur Ermittlung der nationalen Meisterschaften im Deutschen Schützenbund in München. Endlich gab es Edelmetall für den Norddeutschen Schützenbund. Gleich in zwei Wettbewerben mit der Armbrust schaffte die 18 Jahre alte Rebecca Schneider von den Lübecker Sportschützen Rang drei. Ein nach 2018 weiterer großer Erfolg der Nachwuchsschießsportlerin.
Im Armbrustwettbewerb auf zehn Mester Distanz hatte es die Lübeckerin mit 35 Junioren weiblich wie männlich zu tun. Vierzig Mal musste der Bolzen möglichst in die Zehn oder Neun befördert werden. Zwischen drei Schützen blieb es bis zur vierten Zehnerserie spannend, alle lagen gleichauf. Kein Wunder, dass vielen Zuschauern, besonders den vielen Fans aus dem Norden, der Atem stockte. Nach 93 und zweimal 97 Ringen schoss Rebecca Schneider zum Schluss eine 95, schade, denn damit kam sie insgesamt auf gute 382 Zählern. Mit geraden einmal einem Ring mehr standen vor ihr als Meisterin Lea Humbold und Vizemeister Simon Eiglsperger aus Bayern mit 383. „Mit dem letzten Schuss, leider eine Acht, habe ich den Meistertitel verspielt. Ich bin aber trotzdem glücklich, die Meisterschaften waren erneut ein Erlebnis und Bronze ist doch auch etwas“, sagte Schneider freudig.
Sie hatte einen Tag später erneut Grund zur Zufriedenheit. Im Wettbewerb Armbrust 30 Meter hatte sie 2018 den Titel mit in die Hansestadt gebracht, wollte wieder mit vorn dabei sein. Sie hatte in dieser Spezialdisziplin mit den Anschlagarten stehend und kniend nur fünf Gegner. Nach 30 Schüssen im Liegen lag sie mit 273 Ringen noch vier hinter den beiden Führenden, verpatzte aber die erste Serie im Knien und kam so auf zusammen 529. Da waren der Bayer Simon Eiglsperger mit 547 und Felix Scherand aus dem Landesverband Württemberg mit 544 deutlich besser. Schulterklopfen gab es dennoch vom Lübecker Trainer Sören Hochwald: „Das war die zweite Bronzene an zwei Tagen nacheinander! Und die ersten Medaillen für den Landesverband aus Schleswig-Holstein. Wir sind stolz auf Dich.“ Als zweiter Lübecker Sportschütze endete Marc Burzlaff nach 521 Ringen auf Rang sechs.
Text: Wilhelm Boller